Dienstag, 19. Juni 2012

der sprachkurs

Ich muss hier mal ein Geständnis ablegen: ich wusste bis heute noch gar nicht, ob ich nun wirklich Anfang August ins Ausland gehe oder nicht, weil ich mich zwar auf einen Platz in einem der EILC-Kurse (Erasmus Intensive Language Course) beworben, aber noch keine Zusage erhalten hatte. 
Ab heute kann ich nun also definitiv sagen: ab dem 6. August bin ich für vier Wochen in Antalya, ehe es nach Istanbul geht. 
Organisatorische Feinheiten stehen noch nicht fest, natürlich nicht! Mit so einem Quatsch gebe ich mich doch nun wirklich nicht ab, also bitte.
Aber Scherz beiseite: Offensichtlich werde ich dort in einem Hostel oder Ähnlichem untergebracht, muss allerdings selbst zahlen, und da es sich um die Hauptsaison in einer Stadt wie Antalya handelt, hoffe ich mal, dass es nicht zu teuer für mich wird. Wie das mit der üblichen Erasmus-Finanzspritze aussieht, werde ich auch erst demnächst erfahren, wenn ich mich für das Stipendium bewerbe.

Da ich jetzt weiß, dass es tatsächlich bald losgeht, fühle ich mich direkt noch hibbeliger. Einerseits frisst mich meine Vorfreude natürlich halb auf, andererseits gibt es so viele Unklarheiten und Ungewissheiten, dass ich einfach nur tierisch nervös bin - obwohl im Endeffekt eindeutig die Freude überwiegt. Es ist ja auch nur ein halbes Jahr. Wenn ich denn nur so ein paar menschliche Exemplare mitschleppen könnte...aber die Airlines haben ja alle solche strikten Bechränkungen, wenn es um Gepäckgewichte geht, da müssten diese Menschlein noch ein bisschen auf Diät gehen. Nichts für Ungut, ihr Lieben. 

Und bevor ich vollkommen den Bezug zu interessanten Dingen verliere, gehe ich jetzt ins Bett und träume von fernen Ländern und wundervollen Erfahrungen auf einem anderen Kontinent. 

Donnerstag, 7. Juni 2012

certificate of enrolment

Ich bin gerade begeistert vom Büro für die "Incoming Students" an der Yeditepe. Gestern schrieb ich denen nämlich eine Mail mit der Bitte, mir doch das "Certificate of Enrolment", das ich für den BAFöG-Antrag benötige, auszufüllen und sobald wie möglich per Post zuzusenden - heute hatte ich bereits eine Antwort im Posteingang, die mir mitgeteilt hat, dass das im Anhang zu findende Dokument (per Hand ausgefüllt und eingescannt) morgen in die Post gehen wird. Ich hatte mich schon auf ein paar Wochen Wartezeit eingestellt, aber nein - hoch lebe die Bürokratie an dieser Uni! (Und jetzt bitte dreimal auf den Tisch klopfen, dass das auch so bleibt.)



Mini-Weblog-Eintrag-Ende.

Dienstag, 5. Juni 2012

und sie rennt.

Da dachte ich noch vor nicht einmal zwei Wochen: ach, immerhin sind es noch fast zweieinhalb Monate. 
Nun ja, das hat sich dann jetzt erledigt. Heute ist der 5. Juni, was bedeutet, dass ich heute in zwei Monaten abreisen werde, sollte ich einen Platz in einem der zwei Sprachkurse bekommen. 
Ich wiederhole, nur aus Gründen der Deutlichkeit. 
Zwei Monate. 
Achteinhalb Wochen. 
Sechzig Tage. 
Um es mal in meiner gewohnt niveauvollen alltagssprachlichen Ausdrucksweise zu sagen: Krasse Scheiße!
Ich habe hier unten mal eine Liste an Dokumenten gemacht, um die ich mich in den nächsten Wochen unbedingt noch kümmern muss. Einfach, damit sich jeder, der sich ausdenkt, dass ein Auslandssemester doch etwas Feines wäre, im Klaren darüber ist, auf was er sich da einlässt. 


Also: 
  • Bafög-Antrag vervollständigen und abschicken
  • Visum beantragen 
  • Urlaubssemester beantragen 
  • Erasmus-Stipendium beantragen
  • Auslandskrankenversicherung
  • Kreditkarte beantragen 
  • An der Yeditepe direkt bewerben

Edit: Habe gerade den Countdown auf der rechten Seite angebracht, allerdings ist der Endzeitpunkt 0:00 Uhr am entsprechenden Tag. Verschafft jedenfalls einen schönen Einblick, wie wenig Zeit mir noch bis zur Abreise bleibt. Erschreckend!

Dienstag, 29. Mai 2012

das wölkchen in istanbul

Nun stellt sich also bei einem so aufmerksamkeitsheischenden Namen für den Weblog die Frage: worum geht es eigentlich? - Was wiederum einen erklärenden und vorstellenden Beitrag naheliegend macht.
Die Antwort ist in der Tat sehr simpel. 
Ich bin Studentin in Leipzig und werde als solche im kommenden Wintersemester sechs Monate lang in Istanbul studieren. Während dieser Zeit werde ich diesen Weblog möglichst aktuell halten - und damit hat es sich auch schon. Das große Mysterium ist geklärt. Die geheimnisvolle Formulierung meines persönlichen Projekts hat sich als gar nicht so geheimnisvoll herausgestellt. Aber so ist das mit der Realität, gewöhnen Sie sich daran. 
Wenn ich davon erzähle, dass ich nach Istanbul gehe, kommt natürlich sehr häufig die Frage: Warum Istanbul? Warum ausgerechnet die Türkei mit ihrem Islam, warum die Türken mit ihrem patriarchalischen Weltbild, warum nicht ein Land wie Spanien oder Schweden? 
Ich möchte an dieser Stelle einmal betonen, dass ein Jeder, der versucht, mit solch abgedroschenen, pauschalisierenden und absolut vorurteilsbelasteten Argumenten zu mir durchzudringen, davon ausgehen kann, dass ich die Unterhaltung nach einem solchen Einwand sofort beende. Ich bin kein Freund von schubladendenkenden Scheuklappenträgern, und im Anbetracht der Tatsache, dass ich mich für meinen Geschmack schon viel zu viel mit solchen Menschen herumschlagen musste, kann man mir sicherlich nicht verübeln, wenn ich weiteren Kontakt möglichst zu meiden versuche. 
Aber um zu der Sache dennoch ein Statement abzugeben, bevor ich wieder auf das Thema zurückkomme: ich habe, und das ist mein voller Ernst, absolut keine Vorstellungen von dem, was mich in der Türkei erwartet. Vielleicht wird es gut, vielleicht nicht, vielleicht wäre es realistisch, das Schlechteste zu erwarten, vielleicht wäre es das nicht. Wer kann das jetzt schon sagen? Also habe ich für mich beschlossen, optimistisch zu sein, weil die Art, wie man eine Sache angeht, schon sehr viel über die Art sagt, wie sie ausgeht. 
So, und nun wieder zum Projekt, vor allem auf terminliche Aspekte: 
vor dem eigentlichen Semester werde ich (hoffentlich) einen Sprachkurs in Antalya oder Kocaeli besuchen, der vier Wochen dauert und Anfang August beginnt. Kocaeli, für diejenigen, die es nicht wissen, ist eine Stadt in der Nähe von Istanbul, Antalya liegt direkt am Mittelmeer. 
Anfang September beginnt dann das Semester an der Yeditepe Universitesi, das ist eine zweisprachige private Hochschule im Istanbuler Stadtteil Ataşehir, für die ich als Erasmus-Stipendiatin ausgewählt wurde. Bisher steht noch nicht fest, ob und wo ich den Platz im Sprachkurs bekomme, ich werde diesbezüglich allerdings hier etwas dazu posten, sollte sich etwas Neues ergeben. Es gibt generell noch viele Dinge, die offen sind: ob und wie viel Auslands-BAFöG ich bekomme, wo ich wohne, was für Kurse ich belege. Das wird sich alles in den nächsten Wochen klären, hoffe ich. 
Hinzu kommt, dass die Wohnung, die ich mir im Augenblick mit einer Freundin teile, aufgelöst wird, und ich nebenbei auch noch das Semester zu schaukeln habe. Alles machbar, natürlich. Ich werde aber dennoch froh sein, wenn sich alle Unklarheiten schlussendlich gelegt haben und ich im Flieger nach Istanbul sitze. Oder wo auch immer ich den Sprachkurs besuchen werde.

zur einleitung

Da habe ich also tatsächlich getan, was dem Klischee zufolge jeder tut, der für eine gewisse Zeit "abroad" geht: ich habe einen Weblog erstellt. Was für ein unerhört massenkonformes Verhalten! Aber nun gut. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit, all die "beloved ones" auf dem neuesten Stand zu halten, wenn man vor lauter Entdeckungsdrang im neuen Land keine Zeit hat, mit jedem Einzelnen in Kontakt zu treten, und zugleich ein gutes Fundament für das Schließen später auftretender Erinnerungslücken zu schaffen. 
Ich war niemals ein großer Freund davon, Weblogs zu lesen, und habe noch niemals einen geschrieben. Das soll keine Warnung vor eventuellen Qualitätsmängeln sein, im Gegenteil: weniger Vorprägung bedeutet in diesem Fall viel eher mehr künstlerische Freiheit.
In diesem Sinne wird es wohl während der nächsten sieben, acht Monate mehr oder minder regelmäßig ein bisschen was von mir zu lesen geben, mal ausführlicher, mal knapper, mal humorvoll anekdotenhaft anmutend und mal ein wenig ernster. 
Ich hoffe, dass Sie, mein lieber Leser, mich auf dieser Reise, die ich in zwei Monaten antreten werde, begleiten, auf dass wir gemeinsam die Welt der Türkei erkunden und die Lebenswelt an der Grenze zwischen Europa und Asien für uns entdecken werden. 

das wölkchen, 29.05.2012